Willkommen auf der Internetseite der Familien Guggisberg, ursprünglich aus den Orten Belp, Englisberg, Köniz, Niedermuhlern, Obermuhlern und Zimmerwald, im Kanton Bern [Schweiz] stammend

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Welcome to the website of the Guggisberg family, originally from the villages of Belp, Englisberg, Köniz/Koeniz, Niedermuhlern, Obermuhlern and Zimmerwald, Canton Berne, Switzerland

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Eine genealogische Studie des Nachnamens Guggisberg, basierend auf Archiv-Recherchen und Y-Chromosom DNS Untersuchungen

A genealogical study of the surname Guggisberg, research based on archival records and Y-Chromosome DNA tests

 

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"Lochrödel", Jakob Dünz 1646

 

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traditionelle Guggisberger Tracht, um 1820

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Wappen/Coat of Arms [16. Jahrhundert]

Die heutigen Familien Guggisberg bestehen aus 22 Zweigen. Diese lassen sich in 4 Hauptstämme aufteilen, welche vor rund 500 Jahren oder ungefähr 20-25 Generationen aus einer einzigen ursprünglichen Familie hervorgegangen sind. Diese Ursprungsfamilie ist seit dem frühen 14. Jahrhundert urkundlich nachweisbar.

The Guggisberg families of today consist of 22 branches which can be broadly divided into 4 distinct groups that have diverged some 500 years ago, or approximately 20-25 generations back from one single ancient family that can be traced back to the early 1300’s.

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Guggisberg – der Ort

Dorf mit eigenem Kirchenspiel im bernischen Schwarzenburgerland, im Jahre 1076 erstmals urkundlich erwähnt. Neben dem eigentlichen Dorf Guggisberg existieren noch mehrere weitere Orte mit demselben Namen. Diese sind:

  • Haus/Hof Guggisberg (auch Gügisberg) bei Eschlen, Gemeinde Erlenbach im Amt Niedersimmental, seit dem 15./16. Jahrhundert urkundlich erwähnt
  • Haus Guggisberg bei Dürrenroth im Amt Trachselwald
  • Hof Guggisberg bei Höchstetten, im Amt Konolfingen
  • Hof Guggisberg bei Schonegg in der Gemeinde Sumiswald im Amt Trachselwald
  • Ortsweiler Guggisberg in der luzernischen Gemeinde Triengen.

Es gibt mehrere Deutungen des Namens Guggisberg. Eine geht auf eine Legende zurück (vgl. E.W. Stalder, Schwarzenburgerland, Paul Haupt Verlag, Bern 1968), derzufolge während der grossen Völkerwanderungen im fünften und sechsten Jahrhundert ein burgundischer Siedler namens Gucka (Bedeutung vielleicht: Guti Gaer = Goten-Spiess) sich am Ort des heutigen gleichnamigen Dorfes, am Fusse eines Hügels niederliess. Mit der Zeit wurde der Hügel Gucka’s Berg genannt, woraus sich dann im Verlauf der Jahrhunderte der Name Guggisberg bildete. Die Orthografie des Namens auf älteren Urkunden lässt auf einen solchen Hergang schliessen: lateinisch Mons Cucchani 1076; französisch Mont Cuchin 1182 und 1128; deutsch Cucansperc, Chucansperc 1148, Guggansberg 1295.

 

Guggisberg – das Geschlecht

Altes bernisches Landgeschlecht, seit dem 13. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Ursprünglich als Herkunftsbezeichnung der gleichnamigen Ortschaft im heutigen Amt Schwarzenburg, waren Träger dieses Namens jahrhundertelang in der Stadt Bern ansässig. Gleichzeitig lebten auch solche in der Gegend von Spiez und in der Stadt Fribourg. Verwandtschaftliche Beziehungen untereinander oder zu den modernen, heute existierenden Familien sind nicht auszuschliessen, indessen eher unwahrscheinlich. Ein erster Hinweis zur heutigen Familie erscheint 1336 in der Person von Niklaus Guggisberg. Er erhielt in der Gegend von Nidau vom Kloster Gottstatt einen Weinberg zum Erblehen. Dreissig Jahre später erhielt ebenfalls ein Niklaus Guggisberg vom Deutschen Ordenshause in Köniz ein Weingut am Gurten zum Erblehen. Trotz der Distanz von Nidau zum Gurten kann man davon ausgehen, dass es sich vermutlich um Vater und Sohn handelte. Ob Zufall oder nicht, im selben Deutschordenshause zu Köniz wirkte einige Jahre zuvor ein Konrad von Guggisberg als Ordensbruder und später, zwischen 1328 und 1353, als Kaplan des Bischofs Berchthold von Buchegg zu Strassburg. Konrad, ein Sohn des Hans von Guggisberg und dessen Ehefrau Mechthild, war Burger der Stadt Bern. Niklaus, der Weinbauer am Gurten, dürfte man wohl zum gemeinsamen Urahnen der modernen Familien Guggisberg zählen. Die im Mittelalter in der Stadt Bern lebenden Familien wurden durch die regelmässig wiederkehrenden Pestzüge stark dezimiert oder starben vollends aus. Der Name blieb in der Stadt dennoch durch gelegentliche Neueinbürgerungen von Zuzügern vom Land bis Ende des 15. Jahrhunderts erhalten. Ein vermutliches Pestopfer war die Familie des Gerbers und Pergamentmachers Konrad Guggisberg im Gerwer Graben (vgl. Stadtrechnungen, 1377 bis 1383). Den wohnlichen und beruflichen Umständen zufolge dürfte diese den Krankheitserregern ganz besonders ausgesetzt gewesen sein. Das Geschlecht Guggisberg ist heute in den Gemeinden Belp, Englisberg, Köniz, Niedermuhlern, Obermuhlern und Zimmerwald heimatberechtigt. Ein "Ableger" des Belper-Zweiges besitzt seit 1774 zusätzlich das Burgerrecht der Stadt Vevey (Schreibweise: Gougginsperg).

 

Liste urkundlicher Erwähnungen vom Spätmittelalter bis zum Beginn der Reformation

  • 1182, Fribourg, Salaco de Munt Cuchin, als Zeuge
  • 1290 und 1292, Spiez, Ulrich von Gugisperch, als Zeuge
  • 1294, Bern, Ulrich de Guggansberg, Mitglied des Rats der Zweihundert
  • 1313, Bern, Wilhelm de Gugensperg, als Zeuge
  • 1325, Bern, Anniversar der Leutkirche St. Vinzenz (Münster); Daten wurden zum Teil von einer vorangegangenen , älteren Version übernommen:
  • - 21. Januar Ita de Guggesberg
  • - 14. März Hans von Guggisberg und Mechthild, seine Ehefrau sowie deren Söhne Hans und Cuonradus
  • - 31. März Uolricus de Guggesberg
  • - 1. April Mechthild, Tochter de Uolrich de Guggensberg
  • - 24. April Adilheid von Guggesberg
  • - 26. April Rüetli von Guggisberg (danach im Originaltext eineinhalb Zeilen Rasur! – vielleicht waren dort noch weitere Namen)
  • - 8. Juni Mechthild de Guggisberg, Ehefrau des Heimo
  • - 24. Juni Uolricus von Guggisberg
  • - 10. Juli Uolrich von Guggensberg
  • - 8. Oktober Uolricus de Guggisberg und Elizabeth, seine Ehefrau, deren viertes Anniversar von ihrem Bruder durch dieses Manuskriptbeachtet wird (Uolricus de Guggisberg et Elizabeth, uxor sua dequorum anniversario dantur fratribus quator sol. den)
  • - 21. Oktober Petrus de Guggesberg
  • 1323, 1332 und 1334, Bern, Uolrich de Guggisberg (de Guggansperg)
  • 1334, Bern, Chuno de Guggesberg, Deutschordensbruder und Uolrich de Guggesberg, als Zeugen
  • 1336, Nidau, Nycolaus, genannt Gugisberg erhält ein Weingut im Westerholz vom Kloster Gottstatt zum Erblehen
  • 1338, Bern, Hugo de Monte Cuchino, als Zeuge
  • 1343, Bern, Conrad de Gugsperg (de Guxkesberg), Deutschordensbruder, Kaplan des Bischofs von Strassburg, als Zeuge Graf Berchthold von Buchegg, ehemals Deutschordensbruder zu Köniz, war von 1328 bis 1353 Bischof  zu Strassburg. Durch diese Verbindung gelangte Conrad von Guggisberg zu seinem Amt als Kaplan des Bischofs von Strassburg.
  • 1361, Bern, Claus Guggisberg als Zeuge
  • 1361, Interlaken, Witwe Margaretha von Bache schenkt dem Kloster Interlaken ein Jahrzeit für sich, sowie für ihren Vater Ulrich von Gugisberg und ihre Mutter Katharina
  • 1366, Köniz, Niklaus Guggisberg erhält ein Weingut am Gurten vom Deutschen Ordenshause von Köniz zum Erblehen
  • 1368, Bern, die Brüder Jost und Henslin Guggisperg schwören der Stadt Bern Urfehde
  • 1370, Köniz, Nicolaus Guggisberg ändert seinen Vertrag mit dem Deutschen Ordenshause von Köniz
  • 1377, 1380, 1381, 1382 und 1383, Bern (Stadtrechnungen), Cuntz Guggisperg, der Pergamentmacher
  • 1389, Bern, Hensli Guggisperg, wohnhaft im "Gerwer Graben" und Anna Cuggisberg, Witwe, wohnhaft in der "Meritgassen" werden im Tell rodel (Steuerbücher) erfasst. Ersterer versteuerte ein Vermögen von 13 Pfund und bezahlte 7 Kronen Steuer, wobei letztere 40 Pfund Vermögen deklarierte und 1 Pfund Steuer aufbringen musste.
  • 1389-1466, Bern, Hensli Guggisberg von Zimmerwald erscheint im Udelbuch der Stadt Bern (Eintrag datiert vermutlich eher um 1450)
  • 1390 (ca.), Oberbalm, im Zinsrodel ein "Guggizberg"
  • 1398, Fribourg, Peter von Guggisperg, im Notariatsregister
  • 1441, Bern (Stadtrechnungen), ein Guggisperg "um ein horn ze bletzen uff den wendelstein"
  • 1446, Bern (Stadtrechnungen), Ruoff von Guggisperg
  • 1448, Bern, Hennssli Guggisperg und Anne, seine Ehefrau, wohnhaft an der Spitalgasse "schattenhalb", sowie Anni Guggensperg, im Dienst bei  Hartman Zender, wohnhaft in der Neuenstadt "sunnenhalb", erfasst im Tellrodel (Steuerbuch). Hennssli deklarierte 15 Pfund Vermögen und  musste 8 Kronen Steuer bezahlen.
  • 1458, Bern, Angness Guggisperg, Witwe, wohnhaft an der Spitalgasse "schattenhalb" und Peter Guggisperg, wohnhaft daselbst, jedoch "sunnenhalb", erfasst im Tellrodel (Steuerbuch). In diesem Dokument wurden leider die Vermögen nicht angegeben, lediglich dass Angness 8 Kronen und Peter 5 Kronen aufzubringen hatten.
  • 1466, Bern, Hennsli Guggisperg von Zimberwald bezahlt seinen Udelzins für sein Anrecht an der Liegenschaft des "Peter Hemmerlis sel." an der Spitalgasse "schattenhalb"
  • 1479 (ca.), Bern, Hentzman Guggisperg von Niderhüseren wird im ersten Ausburger Buch der Stadt Bern erwähnt
  • 1520/30 (ca.), Bern, im Registerteil des Udelbuchs der Stadt Bern (angefangen 1466) ein Cristan Guggisperg von Wüllenwil (= soll wohl heissen Kühlewil), jedoch Eintrag durchgestrichen mit dem Vermerk "mortug" (= gestorben)

 

Quellen

Staatsarchiv Bern:

- Urkundensammlung

Staatsarchiv Fribourg:

- Urkundensammlung, Notariatsregister, 1398

Burgerbibliothek Bern:

- Anniversar der Leutkirche Bern (Münster), 1325

- S. R. Walthard, Genealogien, Bern ca. 1820

- I. S. Steigers und S. Kirchbergers Bernisches Staatsbuch, Bern ca. 1750

- J. R. Gruner, Verzeichniss der Regierungsfähigen Geschlechter, Bern (1680-1761)

Landesbibliothek:

- Fontes Rerum Bernensium, Bern 1883 ff.

- Das Schwarzenburgerland, E. W. Stalder, Paul Haupt Verlag, Bern 1968 

- Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Neuenburg 1926

- Festschrift zur VII. Säkularfeier der Gründung Bern’s 1191-1891, Bern 1891

- Die Ortschaften des eidgenössischen Freistaates Bern, Bern 1838